leoniArchiv – Seminare

Die Demokratie der schöpferischen Sorge
Nach dem Brexit, dem Sieg von Trump und den Erfolgen der Populisten zeigt sich: Die Sorgen um die Existenz des Einzelnen und um die demokratische Kultur sind eng verflochten. Bei vielen von uns herrscht Bestürzung über die aufgebrochene Ungleichzeitigkeit der kulturellen Entwicklung und das Auseinanderdriften der drei grundlegenden Lebenswelten.
• Dabei war immer klar, dass die ökologische Frage das erste, das planetarisch-ökologische Feld umfasst. Dort stellt sich der Menschheit das Problem, wie sie vor den Folgen der durch sie selbst verursachten Vernichtung der Naturgrundlagen der Erde gerettet werden kann.
• Dort hinein ragt das zweite, das weltlich-ökonomische Feld mit dem Thema einer Rettung der Einkommen der Bürger in einer globalen Ökonomie. Dort ist das Problem, wie die Arbeitsplätze der Bürger vor den Auswirkungen des Wandels von der Industrie- zur Dienstleistungsgesell¬schaft bzw. zur Industrie 4.0 (Digitalisierung) erhalten und weiterentwickelt werden können.
• Im dritten, dem kulturell-demokratischen Feld, geht es um die Rettung und Weiterentwicklung der Demokratie und unserer Kultur. Die Demokratie ist die Regierungsform freier Bürger. Sie sind in ihrem Streben nach Gerechtigkeit, Eigentum und Eigensinn miteinander verbunden. Sie können ihre demokratische Kultur jedoch nur retten, wenn wir sie gegen die zerstörerischen Tendenzen in der Bürgerschaft selbst weiterentwickeln.
Die scheinbar unentwirrbaren Probleme in diesen drei Feldern sind die Ursache für die aufbrechenden Ungewissheiten. Die globalen Umbrüche und Auflösungstendenzen der Industriegesellschaft erscheinen uns zunächst als nicht lösbar. Denn die Implosion des Alten führte noch nie von selbst zur Erfindung einer neuen, alle Probleme lösenden Lebenswelt. Aus dem Abbruch der Industriegesellschaft steigen nun Furcht und Angst vor der 3. Moderne und der Wissensgesellschaft auf. Gesteigert wird die Verunsicherung der Bürger noch durch die digitale Technik und die Globalisierung unserer Zivilisation. Die überforderten Bürger greifen in solchen Kulturbrüchen zu absurden Gegenutopien. Sie wählen den Rückzug aus der Welt und glauben sie dadurch verteidigen zu können. Doch wer nur verteidigt, der hat schon verloren.
Während das reaktionäre Denken grundsätzlich das Bessere als den Feind des Guten versteht, ist für das demokratische Denken das Bessere der Freund des Guten. Die bessere Lebensform entsteht durch den lernenden Umgang mit anderen Lebensweisen. Die liebende Sorge um den eigenen seelischen Zustand umfasst dann auch die Sorge um die Gemeinschaft (Jaspers). Beides zusammen bildet den Kern der demokratischen Vision einer schöpferischen Selbst-Sorge. Ein demokratisches, soziales und vereinigtes Europa ist dabei ein unverzichtbarer Akteur im globalen Feld einer demokratischen Weltinnenpolitik.
Seminar am Gardasee, Mai 2017

Weltkultur contra nationalistische Ideologie
Im Gefolge der Krise Europas erlebt der Nationalismus eine Renaissance. Wertkonservative bis Rechtsradikale suchen nach einer neuen Identitätskultur – gegen den Geist der Volkssouveränität. Die nationale Abschließung und autoritäre Unterordnung wird als tiefe kulturelle Sehnsucht propagiert. Und man bedient sich der Volkstumsideologie der Nazis in Form der „Metapolitik“ Martin Heideggers. Doch die Vernunft war nie boniert national, das Völkerrecht immer international und die Welt ist global. So gilt es, eine Weltkultur aus den Elementen unserer Philosophie zu entwickeln.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Februar 2016 | www.buchenried.de

Existenz haben oder Existenz verwirklichen ?
Formen und Inhalte der Existenzverwirklichung orientieren sich meist an feststehenden Weltbildern, wie sie in unserer Kultur vorgegeben sind (Vor-Welt). Statische Ideen, wie Platon sie in der Verdinglichung von Wünschen und Lebensmodellen geprägt hat, sind uns als Seins-Bilder (Heidegger) überliefert. Wir durch-schauen sie nicht als das, was sie sind: Statische Bilder, die verhindern, dass wir unseren Eigensinn als gelebte Wirksamkeit entwickeln. Jede selbständige Existenz will sich im Laufe ihres Lebens über die Stufen ihrer Selbst-Werdung von diesen Vor-bildern emanzipieren. Aber wie? Der positive Sinn der Sorge – nicht ihre negative Seite – führen zur Selbst-Sorge der Schöpfung von Existenz-umständen, in denen wir gerne leben wollen. Unter der sokratischen Perspektive wird das eigene Leben nicht ent-sorgt, indem wir es einordnen in Endzeitvorstellungen. In der existenziellen Vor-sorge entwickeln wir im inneren Dialog das neue Du-Ich-Wir-Verhältnis. Hier erst entsteht unser geistige Eigentum an der eigenen Existenz. Denn wenn Wir zu uns in ein bewussteres Verhältnis treten (Ich-Du), dann entstehen unsere sozialen Beziehungen (Wir-Ich) neu. Wir stehen dann eigenständig in unserem Selbstbewusstsein. Zu dieser Erkundungsarbeit lade ist Sie herzlich ein.
Seminar am Gardasee, Mai 2016

Über das Andere und das Fremde in der Philosophie – Vortragsreihe
Schon der Nächste in unserer Kultur ist uns fremd. Wie fremd ist uns dann der Fremde aus der anderen Kultur? Gerade weil das Anderssein Befürchtungen erzeugt (Xenophobie) war die Gastfreundschaft (Philoxenia) ein existenzielles Element der Kultur-Erhaltung. Die Philosophie hat zu allen Zeiten gesucht, die Universalität des Anderen zu verstehen.

Sokrates und Foucault – Das Andere und die Sorge um sich
Platons Idee – die göttliche Entmenschlichung des Anderen
Goethes Faust und Hegels Weltgeist – die Widerkunft des Anderen
Liebe und Tod – Jaspers und Heidegger
Vortragsreihe Volkshochschule München, Frühjahr 2016 | www.mvhs.de

Über das Wesen der Existenz
Unsere Kultur ist von einem Missverständnis geprägt. Existenz und Selbstverstehen begreift sie als ursprüngliche kosmische Ideen. In einer von Platon geprägten Tradition wurden sie von den Göttern geschenkt. Die ,menschliche Kultur‘ ist aber kein Geschenk. Sie existiert nur, wenn wir sie als Menschen erfinden. Jeder für sich selbst, nie aber ohne die anderen. Dieses Paradoxon des eigenen Besser-werdens im Gemeinschaftsrahmen führt uns auf den Weg der Selbst-Entwicklung. Weil wir immer auf dem Sprung (Helmuth Plessner) ins Leben sind, sind wir noch nicht, was wir werden wollen. Die Zeit der Genesis ist jedoch kein unentwirrbares Rätsel, wenn wir das Zusammenwirken des Vor-Wissens der Vor-Welt und der Not-Wendigkeit der Entwicklung unserer Eigen-Welt begreifen. Die Selbst-Erfindung unseres Eigen-Sinnes ist eine Chance, wenn wir sie als zentrale Aufgabe unserer Existenz begreifen.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Februar 2016 | www.buchenried.de

Philosophie einer Weltinnenpolitik
Wir sehen, Grenzen lösen sich im Zeitalter der Globalisierung auf. Waren, Dienstleistungen und Menschen fluten über die Erde und verändern die Welt. Kriege zur Eindämmung reißen Dämme ein. Sie verschärfen die Lage der Völker. Sie erzeugen keinen Schutz, nur Chaos. Und die neuen Technologien verwandeln Gesellschaften in ihrem Innersten. Der Kapitalismus – Segen und Fluch zugleich – stellt jene Investitionen bereit, durch die alle Kulturgemeinschaften dieser Welt in den großen Strom der Veränderung geraten. Die ,Dritte Moderne‘ ist das Zeitalter, in das wir gehen. In ihr wirkt eine mächtige ,Wissensgesellschaft‘, die jedoch ohnmächtige ,Kulturgemeinschaften‘ erzeugt. Weltpolitik wird plötzlich Innenpolitik. Eine erste Antwort war das Projekt Weltethos (Küng). Auf die neuen Herausforderungen gilt es weitere Antworten zu entwickeln.
Wochenendseminar Haus Buchenried, April 2016 | www.buchenried.de

Der Zweifel als Schlüssel zum Wissen
Der Zweifel steht heutzutage nicht hoch im Kurs: In Politik oder Wirtschaft gelten Zweifler als Nörgler, Spaßbremsen und Verhinderer. Denn wir verlangen allzu oft nach Gewissheiten, wo sich allenfalls Wahrscheinlichkeiten bieten. Doch der Zweifel kann auch eine schöpferische Erkenntnisform sein: Skepsis eröffnet Freiräume im Denken und Handeln und ermöglicht Innovation. Das Seminar beschäftigt mit der Tradition des philosophischen Skeptizismus und der Frage, warum das Zweifeln, das Zögern und Zaudern auch ein Gewinn sein kann. Wir diskutieren Politikfelder und Fragestellungen, die sich aus der Transformation der Wachstumsgesellschaft in die Wissensgesellschaft ergeben.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Oktober 2016 | www.buchenried.de

Die Sorge bei Sokrates und Heidegger
Über die Brücke der Zeit führt den Mensch die Sorge. Er sorgt sich um das in-der-Welt-Sein. Dabei wird die Zeit durch ihr dynamisches Werden geöffnet und nicht durch ein statisches Sein. Heidegger verdrängte die Herkunft des Sorgegedankens aus der sokratischen Existenzphilosophie. Diese Verdrängung hatte weitreichende Folgen für seine Philosophie und führte sie in einen neuen Mystizismus.
Einzelvortrag Volkshochschule München, Juli 2016 | www.mvhs.de

Der Terror in der Welt und der Angriff auf die Demokratie (1)
Die Grenzen der Staaten sind für Information, Waren, Geld, Dienstleistungen und Menschen durchlässig geworden. Die Globalisierung hat die alten Ordnungssysteme aufgelöst, neue zeigen sich erst in Ansätzen. Gleichzeitig stürzen ganze Regionen in Kriege. Terror-Organisationen wie die Isis zerstören nicht nur Syrien und den Irak. Der Terror kommt auch nach Europa. Gegen die barbarische Todesmystik der Terroristen gilt es eine universelle Ethik des Lebens zu stellen. Denn die Verführung von europäischen Jugendlichen durch derartige Ideologien muss uns nachdenklich stimmen. Hier müssen wir zuerst lernen, wer unsere Gegner sind. Aber es stellt sich vor allem die Frage: Wie kann aus unseren demokratischen Werten eine attraktive Lebenshaltung hervorgehen? Wodurch können wir diesen Kampf erfolgreich bestehen?
Einzelvortrag Volkshochschule Gilching, April 2016 | www.mvhs.de

Die Ethik der Demokratie als Antwort auf den Terror (2)
Die Auflösung von Staaten im Nahen Osten und in Nordafrika stellt Europa und die Welt vor neue politische und militärische Herausforderungen. Zwar sind die Konflikte aus der Landaufteilung Resultat kolonialer und imperialer Verträge, insbesondere nach dem I. Weltkrieg. Doch die Probleme der Modernisierung sind hausgemacht. So der Religionskonflikt im Islam (Säkularisierung). Sowohl der Religionskonflikt als auch das Problem der mangelhaften Entwicklung der Demokratie (Diktatur der Eliten und Verarmung). Eine Machtbeteiligung der Völker existiert nur in wenigen Ländern. Eine Ethik der Menschenrechte wäre die Alternative. An ihren Wertmaßstäben gilt es festzuhalten. Denn wie wir sie handhaben und achten, so werden wir auch andere Völker behandeln und achten. Wir sollten verstehen, dass dies kein Kampf der Religionen ist. Es ist ein Kampf um unsere Weltanschauung gegen eine neue Ideologie.
Einzelvortrag Volkshochschule Gilching, Mai 2016 | www.mvhs.de

Sorge und Hoffnung in der Philosophie – Vortragsreihe
In unserer Kulturgeschichte stehen sich beide Begriffe als Extreme gegenüber. Dabei sind sie Zwillinge des Geistes. Ohne Vor-Sorgen kann der Mensch nicht leben. Doch in jeder Sorge liegt auch die Belastung seiner Wirklichkeit. Aber ohne die Hoffnung auf die Überwindung von Krisen werden wir die sorgenvollen Herausforderungen der Welt nicht meistern. In der positiven Seite der ‚helfenden Sorge‘ öffnet sich eine Perspektive zum Bessern, ohne die es keine Welt-Entwicklungen gibt. Und ohne sie können wir unsere ganz persönliche Geschichte auch nicht bewältigt.

Die Überwindung der Furcht – Epikur und die vernünftige Sorge (Sokrates)
Weltbürgertum (Stoa) oder religiöser Universalismus (Augustinus)
Philosophie der Aufklärung und der Nationalgeist
Von der Philosophie der Praxis (Marx/Bloch) zur Postmoderne (Foucault)
Vortragsreihe Volkshochschule München, Herbst 2016 | www.mvhs.de

Sokratische Existenzphilosophie

Über die Brücke der Zeit führt den Mensch die Sorge. Er sorgt sich um das in-der-Welt-Sein. Dabei wird die Zeit durch ihr dynamisches Werden geöffnet und nicht durch ein statisches Sein. Heidegger verdrängte die Herkunft des Sorgegedankens aus der sokratischen Existenzphilosophie. Diese Verdrängung hatte weitreichende Folgen für seine Philosophie und führte sie in einen neuen Mystizismus.
Einzelvortrag Volkshochschule München, September 2016 | www.mvhs.de

Sinn und Wesen der Kardinaltugenden – Vortragsreihe
Die antike Philosophie sah in den Kardinaltugenden das Wesen der Ethik konzentriert. Um sie sollte sich das menschliche Leben drehen. Durch ihre Verwirklichung sollte der Mensch seine Lebensziele entwickeln und so mit ihnen die eigene Glückseligkeit erreichen. Große Ziele, hehre Vorsätze! Was sagen uns heute diese Tugenden? Sind sie noch wirksam? Kann aus ihnen persönliche Orientierung entstehen?

Àreté – über die Idee der Vortrefflichkeit (Einführung)
Gerechtigkeit aus Ungerechtigkeit
Besonnenheit aus Unbesonnenheit
Tapferkeit als Lebenshaltung gegen Feigheit als Lebensflucht
Wissen als geistiges Eigentum gegen Weisheit als geschenkten Größenwahn
Vortragsreihe Volkshochschule München, Frühjahr 2015 | www.mvhs.de


Der schöpferische Fehler oder aus Fehlern lernen

Viele Management- und Qualitätssicherungssysteme fordern die konsequente Vermeidung von Fehlern oder sprechen gar von einer Null-Fehler-Toleranz. Wer möchte schon von einem Chirurgen operiert oder von einem Piloten geflogen werden, der Fehler macht? Die heute weit verbreitete Furcht, Fehler zu machen bzw. gemachte Fehler zuzugeben verkennt, dass diese wichtige Impulse für Lern- und Entwicklungsprozesse geben. Viele Großprojekte scheitern daran, dass gerade am Anfang zu wenig über Fehler gesprochen wird, die sich später zu Desastern entwickeln. Projekte gelingen meist dann, wenn die Struktur von Beziehungen mitgedacht wird: Sie ist die Voraussetzung, schäpferische Projekte anzugehen und zum Erfolg zu führen.
Der Philosoph Dr. Xaver Brenner und der Unternehmensberater und Ingenieur Dr. Horst Bokelmann sprechen über den richtigen Umgang mit Fehlern, wie man aus ihnen lernt und warum es so wichtig ist, über die eigenen Fehler zu reden.
Wochenendseminar Haus Buchenried, September 2015 | www.buchenried.de

Über das gelingende Leben
Die antike Philosophie hat die Frage des gelingenden Lebens mit den Kardinaltugenden beantwortet: Weisheit, Besonnenheit, Tapferkeit, Gerechtigkeit. Per Definition war derjenige glücklich, der sie in seinem Leben ent-wickelt hatte. Doch es sind abstrakte Begriffe, die in der Antike zusätzlich durch kulturelles Lernen dogmatisch verordnet wurden. Für die Platoniker sind die Tugenden schon mit ihrer Idee da. Für Aristoteliker existieren sie als Wesensformen. Tatsächlich müssen sie im Handeln geschaffen und als Beziehungsqualität erfunden werden. Denn in der Kunstwelt des Menschen existiert nichts einfach so, alles muss in das Dasein treten. Die Erfindung unserer Lebenswelt kreist um das Gute-tun. Nach meiner Erfahrung lebt das Gute-tun in keiner abstrakten Mitte und geht nicht aus logischen Modellen hervor. Es muss sich bilden und bewähren in der Auseinandersetzung mit der Welt, wie sie in uns und um uns herum ist. Wir werden diese Tugenden untersuchen. Es geht darum, die versteckten dogmatischen Muster zu erkennen, zu bearbeiten und zu überwinden, die sich um den alten Tugendbegriff gebildet haben. Dann entsteht die Chance zur Entwicklung des eigenen Selbst, zur Entwicklung eines positiven Eigen-sinns. Zu diesem Seminar lade ich Sie herzlich ein.
Seminar am Gardasee, Mai 2015

Die Sorge um die Seele – Vortragsreihe
Die Sorge um die Seele bei Sokrates und die Wiedergeburtstheorie bei Platon
Die Substanz der Seele bei Aristoteles
Die Trugbilder der Seele bei Augustinus
Die Leidenschaften der Seele bei René Descartes
Die Seele als Psyche bei Sigmund Freud und als Liebe bei Erich Fromm
Vortragsreihe Volkshochschule München, Herbst 2014 | www.mvhs.de

Individualität im Zeitalter der Globalisierung
Technologische Revolutionen haben immer soziale Verhältnisse transformiert. Doch die Globalisierung der Ökonomie, der Finanzen und der Militärbeziehungen haben in der Dritten Moderne unser Denken und Fühlen in einem bisher unvorstellbaren Ausmaß verändert. Die Formen der Beobachtung- und Überwachungssysteme (NSA) höhlen die Demokratie aus. Die Wissensgesellschaft produziert massenhaft Wissen, enteignet aber die Produzenten von ihrem geistigen Eigentum. Bewusstsein soll in vorgeformte Muster gepresst und eingeübt werden, bevor es als eigenes Selbstbewusstsein entsteht. Der eindimensionale Mensch (Marcuse) ist die Herausforderung an das freie Denken. Ihr hat sich die Existenzphilosophie zu stellen.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Dezember 2014 | www.buchenried.de

Existenzphilosophie und Wissensgesellschaft
Leben wir am „Ende der Industriegesellschaft“, in der „Postmoderne“ oder am Beginn eines neuen Kulturzyklus, der „Dritten Moderne“? Wie verarbeiten wir existentiell die „technische Beschleunigung“ unserer Lebenswelt? Wie gehen wir mit dem „explodierenden Wissens“ um? Die neue Wissensgesellschaft durchzieht eine immer tiefer werdende Kluft von Wissen und Verstehen. Es scheint, die Furcht vor der Komplexität der Welt führt bei vielen zu Gleichgültigkeit und schlägt womöglich in einen neuen Kulturpessimismus um. Sicher ist jedoch: Eine andere Dialektik der Aufklärung ist nötig! Es gilt, den Elementen des Aufbruchs, des neuen Anfangs in unserer Kultur nachzuspüren. Das „Nichts“, die „Uneigentlichkeit“, die „Differenz“, sie sind nur die paradoxen philosophischen Vorboten des Werdens einer neuen Welt. Folglich leben wir bereits in der neuen Zeit ohne ihren Eigen-Sinn zu verstehen.
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2014 | www.mvhs.de

Von Hegels Logik zur sokratischen Lebensphilosophie
Im Philosophieprogramm der Münchner Volkshochschule arbeiten eine ganze Reihe von Dozentinnen und Dozenten schon viele Jahre. Ganz bestimmte Begegnungen mit Büchern, Situationen und Menschen haben deren Philosophieren geprägt und sogar Lebensentwürfe mitbestimmt. Einige dieser Denkerinnen und Denker zeigen auf, wie man zu einer eigenen Philosophie kommt und inwiefern es sich damit leben lässt.
Einzelvortrag Volkshochschule München, Sommer 2014 | www.mvhs.de

Entwicklungswege der Seele
Wir stehen inmitten des Wandels der Zeit und müssen unser Leben gestalten. Dabei sind wir konfrontiert mit Leben und Tod. Das sind Existenzereignisse. Sie fordern uns heraus zur Schöpfung unserer Haltungen. Zur Erzeugung von Sinn und neuem Bewusstsein. Es ist das Gespräch auch mit unserer Kultur. Es ereignet sich immer an den Bruch- und Aufbruchstellen in uns. Zu dieser Arbeit am Selbst lade ich Sie herzlich ein.
Seminar am Gardasee, Mai 2014

Eigentum und Wissensgesellschaft – ein philosophischer Diskurs
Die Geheimdienste dringen weltweit in die Privatsphäre ihrer Bürger ein. Im Interesse ihrer Großkonzerne betreiben sie Wirtschaftsspionage. All das wird gerechtfertigt durch den Kampf gegen den Terror. Tatsächlich findet aber die größte Wissensenteignung unserer Kulturgeschichte statt. Warum lassen wir das klaglos geschehen? Meine These: Wir in Deutschland sind das Land des dinglichen, und des missachteten geistigen Eigentums. Deshalb akzeptieren wir das als Sachzwang und ignorieren, dass am Beginn der 3. Moderne die Volkssouveränität zweitrangig wurde. Den Umbruch unserer gesamten Lebenswelt durch die Wissensgesellschaft haben wir weder verstanden noch wirklich diskutiert. Es ist höchste Zeit das zu ändern!
Wochenendseminar Haus Buchenried, Juli 2014| www.buchenried.de

Kultur und Zivilisation
Seit dem Wiederaufstieg des philosophischen Denkens in Mittelalter und Neuzeit wirkt die Differenz des Existierens und der Existenz als erneuter Antrieb. Zwischen dem theologischen und philosophischen Denken bleiben Sein und Werden strittig. Von Thomas v. Aquin über Descartes, Leibniz bis zum englischen Empirismus verläuft die eine Entwicklung. Eine erste Antwort gibt Kant. Die andere führt von Augustinus über die italienischen Philosophen zum Deutschen Idealismus – Fichte, Schelling Hegel. Der Grundlegung unserer Kultur und Zivilisation soll in diesem zweiten Teil nachgegangen werden. Der Kurs versteht sich als eine Einführung auch in die Geschichte der Philosophie. Er will ein Verständnis der Basis unseres Denkens erarbeiten.
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2013 | www.mvhs.de

Karl Jaspers – Die geistige Situation der Zeit
Jaspers gelingt es die Problematik der Zwischenkriegszeit existentiell zu verstehen. Technik und Apparat als Bedingung des Massendaseins werden zum ersten Mal tief begriffen. Sorge und Entsorgung als Wege in die Auslieferung des Geistes an ein totalitäres System erkennt er als reale Gefahr. Der Verfall wie die Möglichkeiten des Geistes sind auch für uns aktuelle Probleme. Mit dem Begriff der ‚Kommunikation’ entwickelt Jaspers Antworten in die Richtung von neuen Beziehungsqualitäten.
Einzelvortrag Volkshochschule München, Sommer 2013 | www.mvhs.de

Sören Kierkegaard – Der Begriff Angst
Zwischen Angst und Furcht spannt sich ein existentieller Bogen. Kierkegaard hat auf die tiefenpsychologischen Erkenntnisse seiner Zeit geantwortet. Dabei hat er Gedanken entwickelt die auch heute noch wesentlich sind, weil sie gegen die Dämonisierung des Innenlebens durch den ‚Begriff der Angst’ nach einer Antwort suchen. Sünde, Schuld, Schicksal, sowie das Gute und das Böse werden neu bedacht.
Einzelvortrag Volkshochschule München, Sommer 2013 | www.mvhs.de

Sein durch Werden. Die zweite Geburt der Welt
Sobald wir geboren sind, müssen wir ein zweites Mal geboren werden – durch uns selbst. Dieser existentielle Grundsatz ist in unterschiedlicher Weise im menschlichen Denken präsent: Als Angewiesenheit und Ordnungsdenken. Als Ungleichheit und Gleichheitswunsch. Als kulturelles Erinnern und dynamisches Weltgestalten. Diese und viele andere Dualitäten drücken nicht nur die Sorge um das eigene Leben aus. Sie zeigen, dass wir eine Existenz werden wollen die wir noch nicht sind. Hier entstehen Verhältnisse von Verweigerung aber auch der Wunsch nach Entwicklung. Durch ihn wird das Sein dynamisch und auf eine neue Genesis hin geöffnet!
Wochenendseminar Haus Buchenried, Juni 2013| www.buchenried.de

Kultur und Zivilisation I
Seit den Anfängen des philosophischen Denkens in der Antike wirkt die Differenz des Existierens und der Existenz als produktiver Antrieb. Den Anfang bilden die Kategorien Sein und Werden bei Parmenides und Heraklit. Die Sophisten und Sokrates arbeiten daran weiter. Es entwickeln sich der antike Utilitarismus und die Frage nach dem Guten. Aus der Differenz von Platonismus und Aristotelismus entstehen zwei Denkwege: der Idealismus und der Empirismus. Dieser Grundlegung unserer Kultur und Zivilisation soll im ersten Teil des Themas „Kultur und Zivilisation“ nach-gegangen werden. Der Kurs versteht sich als eine Einführung auch in die Geschichte der Philosophie. Er will ein Verständnis zur Basis unseres Denkens erarbeiten.

Vortragskurs Volkshochschule München, Winter 2012 | www.mvhs.de

Sokrates und die Zeit
Die Frage nach den Grenzen des Wissens ist eine Frage nach seiner Wirksamkeit in der Zeit. Über die Zeit hinaus zu denken und zu sorgen gehört zur Sokratik. Und doch entwickelt Sokrates in der Frage nach dem Jenseits und der Ewigkeit eine Zeitdebatte, die bis heute andauert, deren Erkenntnisse aber verdeckt sind. Sokrates „weiß, dass er nicht weise ist!“ Was bedeutet das für die Frage nach der Zukunft und die der Sorge für die Gegenwart?
Einzelvortrag Volkshochschule München, Winter 2013 | www.mvhs.de

Die Kulturbedürftigkeit der Welt
In allen Kulturen findet zur Zeit eine Rückbesinnung auf kulturelle Werte statt. Bedient wird dieses Bedürfnis in weiten Teilen der Welt durch fundamentalistische Strömungen. Die Wiedergeburt „ewig gültiger Wahrheiten“ soll kulturelle Identität stiften. Doch dieser Weg führt meist in Intoleranz, Fremdenhass und Ausgrenzung. Gleichwohl deckt die Bedürftigkeit nach Werten den Mangel unserer Zivilisation auf. Wir müssen Antworten auf die Fragen finden: Was ist die Substanz unseres Lebens? Was sind kulturelle Werte? Wie lassen sich Menschenrechte und Individualrechte vereinen? Was sind die Elemente einer kulturbasierten Gerechtigkeit, die über die des „weißen Mannes“ hinaus geht?
Wochenendseminar Haus Buchenried, Februar 2013 | www.buchenried.de

Existenzphilosophie nach der Postmoderne
Die existentielle Lebensphilosophie sucht die Menschenwelt neu und schöpferisch zu denken. Dabei stößt sie auf die postmoderne Kritik an der Moderne, am Geschichtsoptimismus und am neuzeitlichen Rationalitätsprinzip. Mit Nietzsche und Heidegger denkt diese Kritik über die Aufklärung hinaus. Sie eröffnet eine radikale Pluralität des Denkens. Doch wir sollten uns immer fragen, welche Lebenswirklichkeit aus unserem Denken entsteht, wenn wir nur von Brüchen des Wissens (Foucault) und der Differenz in der Vernunft (Derrida) sprechen? Wohin führt uns Kritik? Was sagt uns der Andere? Wie destruktiv und wie konstruktiv ist unser Denken und wohin sollten wir uns fühlend und denkend führen?
Vortragskurs Volkshochschule München, Winter 2011 | www.mvhs.de

Philosophie der Hoffnung
Das Prinzip Verantwortung (Hans Jonas) schien lange Zeit eine philosophische Lösung für die ökologische und ökonomische Überforderung der Erde zu liefern. Doch die Finanzkrise und die Atomkatastrophe von Fukushima haben die Grenzen einer planbaren Zukunft gezeigt. Restrisiko, Machbarkeit, Optimierung gehören zu den vergehenden Leitbildern. Es gilt erneut über eine Philosophie der Hoffnung (Bloch) nachzudenken. Gibt es ein Prinzip der Verwirklichung einer lebenswerten Zukunft? Was kann eine Theorie und Praxis der Existenz leisten?
Wochenendseminar Haus Buchenried, Dezember 2011 | www.buchenried.de

Das Ende der Postmoderne?
Die zweite, die industrielle Moderne geht in Auflösung über, von postmodernen Theoretikern scharfsinnig beobachtet (Foucault, Derrida, …). Mit der dritten Moderne tauchen neue Gefühls- und Denkfiguren in unserer Lebenswelt auf. Registrierte die Postmoderne Prozesse des differenzierten „Gutgehens, Danebengehens und Zugrundegehens“ (Welsch), so zeigt sich heute: Die „radikale Pluralität“ wird bleiben. Neue Formen von Beziehungs- und Lebensqualität und des Selbstbewusstseins entstehen. Ein neuer Aufstieg des Denkens zeichnet sich ab.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Juli 2011 |  www.buchenried.de

Die neue Bürgersouveränität und die zweite Finanzkrise
Streit und Schlichtung von Stuttgart 21 haben viele der offenen oder verdrängten Themen dieses Landes aufgedeckt. In der Diskussion um dieses Projekt geht es um mehr als den Kopfbahnhof: Es geht um gesellschaftlichen Stillstand bzw. Rückschritt oder die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit dieses Landes und seiner politischen Kultur. Zwei gegensätzliche Modernisierungspfade bilden sich heraus. Eine ökologische Bewegung, die hochmodern und konservativ zugleich sein will. Eine zweite Strömung, die auf die bekannte Technik und auf die Quantität des Geldes und der Dinge setzt. Gerade die Kanzlerin setzt fantasielos auf den Mythos „Made in Germany“ und die Furcht um seinen Verlust. Sie will bewahren, was wir möglicherweise schon nicht mehr besitzen. Auf der einen Seite häufen wir Überschüsse an, die heute eine neue Spekulationsblase erzeugen und darüber hinaus Europa teilen. Auf der anderen Seite gilt es, angesichts der Reaktorkatastrophe von Fukushima, die Energiewende durchzusetzen.
Wir stehen in einer Zeitenwende! Viele Bürger sehen heute wieder die Notwendigkeit, bewusst in die Steuerungsprozesse der Demokratie einzugreifen, die parlamentarische in eine Bürgerdemokratie umzugestalten. Wir müssen über Landesgrenzen hinaus bewusst global denken, aber lokal handeln.
Die Qualität demokratischer Prozesse entsteht in der und durch Ihre Beteilung. Sie sind zu dieser Informationsveranstaltung herzlich eingeladen.
ver.di-Informationsveranstaltung
Ort: DGB-Haus – Großer Saal, Schwanthalerstraße 64, München
Datum: Donnerstag, 19. Mai 2011, 18.00 Uhr

Praxis und Selbstschöpfung
Ideen sind Gedanken von Formen und Inhalten. So sieht es Platon. Wie aber kommt das Denken zur Form? Warum verfestigen sich geistige Inhalte zu Dogmen? Liegt im Formdenken schon der Wunsch nach ewigem Halt? Wird die innere Transformation, die Erfindung neuer Lebenspraxis, von der alten Ideenwelt erdrückt, verhindert und dann zerstört? Die schöpferischen Potenziale geistiger Praxis verbergen sich zunächst im statischen Sein. In Wendezeiten lösen sich statische Denkformen auf. Dynamische Prozesse werden dann – in jeder Lebenspraxis – als Umwälzung von Inhalten und Formen wirksam.
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2011 | www.mvhs.de

Geschichte und Philosophie
Beständig ist nur der Wandel. Aber ist er Entstehen und Vergehen? Philosophisch tritt das Werden aus der Differenz von Historie und Geschichte hervor. Aber wie machen wir Geschichte? Einerseits treten wir im Hinblick auf unsere Sorgen immer wieder sorgend über die Zeit hinaus und kommen doch andererseits immer in unserer Geschichte an. Gestalten wir oder wiederholen wir? Liegt ein zielbestimmtes Element in unserer Lebenswelt? Sind wir determiniert – Aristoteles bis Hegel? Verläuft Geschichte zyklisch – Platon bis Spengler? Sind wir zur Geschichte als Existenz „verurteilt“, oder können wir uns frei machen – Sokrates bis Camus und Sartre? Wie und unter welchen Bedingungen ist Geschichte Selbstgeburt (autogenesis)? Diese Fragen werden an Texten der Philosophiegeschichte offen behandelt.
Vortragskurs Volkshochschule München, Herbst 2010 | www.mvhs.de

Philosophie als existentielle Lebensform
Antike Philosophie war Praxis, die eher „formen als informieren“ wollte. Sie hatte die Einübung in das „gelingende Leben“ zum Ziel. In ihrem Zentrum standen geistige Übungen. Pierre Hadot, der die antike Philosophie als Lebensform wiederentdeckte, öffnet uns damit auch einen neuen Blick auf die neuzeitliche Art, Existenz zu denken. Aus dieser Differenz haben Nietzsche und Foucault auf ihre Weise Anschluss an das antike Denken gesucht. Existenz sollte nicht als „Furcht und Schrecken“ gedacht, sondern als gelebte, positive „Sorge um sich selbst“ gelebt werden. Besprochen werden Textauszüge von Platon (sokratische Dialoge), Marc Aurel, Kierkegaard, Nietzsche und Foucault.
Wochenendseminar Haus Buchenried, Dezember 2010 | www.buchenried.de

Vom Wesen der Freundschaft mit sich und Anderen.
„Wer nicht sein eigner Freund,
dein Freund kann er nicht seyn;
Auch der nicht,
wer nur ist sein eigner Freund allein.“
(Friedrich Rückert: Die Weisheit des Brahmanen, ein Lehrgedicht in Bruchstücken. Sechstes Bändchen, 1839)
Zwischen der Weisheit des Brahmanen und Aristoteles‘ Aussage: „Ein Freund sei eine Seele in zwei Körpern.“ spannt sich der gesamte Bogen der Ansichten zum Phänomen Freundschaft. Dabei kann nur Freund sein, der sich mit sich befreundet. Doch was muss sich in uns mit sich befreunden? Ist es eine andere Identität oder nicht vielleicht doch ein existentieller Zustand, in dem wir leben, den wir aber übersehen und nicht spüren wollen?
Bei der Suche nach der eigenen existentiellen Haltung zu sich treffen wir auf viele Vermeidungsumstände und Umgehungsversuche. Der Andere in uns zeigt uns die Angewiesenheit auf ihn so sehr, wie uns der Andere außerhalb von uns unseren sozialen Ein- oder Aus-schluss (unser soziales Ein- und Aus-geschlossen-Sein) vorlebt.
Die Not und die Not-wend-igkeit als Wendepunkt von Freundschaft bildet dazu das Gegenstück. Warum ist Freundschaft überhaupt notwendig? Auf diese Frage antwortet Aristoteles: „Gleichheit ist die Seele der Freundschaft!“ Doch diese Gleichheit gibt es nicht von Natur, noch ist sie ein soziales Element, das wir ohne eigenes Zu-tun, eigene Tüchtigkeit (areté) erhalten. So verweist alles auf die Erzeugung der Freundschaft zwischen Ungleichen. Ganz offensichtlich entsteht sie in einem Spannungsbogen. Wenn er zerreißt, so wird aus der schönsten Freundschaft die heftigste Feindschaft , dann möglicher Weise Gleichgültigkeit und erst dann vielleicht wieder eine neue Form der Freundschaft.
Dieser Spannungsbogen lebt aber von der Kraft der inneren Erzeugung, der Schöpfung (Genesis) in sich. Die Einsicht auf die Angewiesenheit (phrónesis) auf sich selbst, das Werden im Angesicht unserer inneren Menschlichkeit und Ausgesetztheit ist eigentlich der philosophische Wendepunkt. Als sokratischer Gedanke des inneren Dialogs (des Gesprächs der Seele mit sich ohne Stimme), bildet sie die Grundlage dieses Seminars.
Seminar am Gardasee, Mai 2009

Grundlegungen der Existenzphilosophie
In die Geschichte der Philosophie ist ihr existentielles Anliegen tief eingewoben. Gefragt wird nach dem „guten Leben“ für das Subjekt im Rahmen der Gemeinschaft. Wir suchen die existentiellen Fragen und Antworten in ihrem Fortgang bei den „Schulen“ und wesentlichen Denkern:
1. Sokrates und die Kyniker.
2. Epikureer und die Stoa.
3. Römische Philosophie und Patristik.
4. Scholastik und Humanismus.
5. Aufklärung und Materialismus.
6. Idealismus und Lebensphilosophie.
7. Naturalismus und Lebensphilosophie.
8. Existenzphilosophie.
Lässt sich in diesen Philosophien eine Entwicklung der Existenzphilosophie hin zu einer universellen Ethik erkennen wie z. B. bei dem Projekt Weltethos?
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2010 | www.mvhs.de

Neue Gesellschaftsentwürfe oder alte Denkmodelle?
Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise — eine Systemkrise — veranlasst uns, über Grundfragen unserer Kultur nachzudenken: Was ist das Verhältnis von Historie und Geschichte? Wie verstehen wir Statik und Dynamik? Was steckt hinter dem Wunsch nach Ordnung, wenn wir doch Unordnung und Krisen erzeugen? Was verbirgt sich hinter dem Prinzip Hoffnung (Bloch), wenn wir doch machtvolle Systeme der Verantwortungslosigkeit hervorbringen? Wiederholen wir in der Suche nach Ordnung und Geschichte (Voegelin) nur das Alte oder gibt es das Neue in unserer Geschichte?
Wochenendseminar Haus Buchenried, Juni 2010 | www.buchenried.de

Grundaspekte der Philosophie
Die Geschichte der Philosophie ist der Fortgang im Finden und Erfinden von Problemen des Denkens.
1. Vom Werden der Sorge (Heraklit – Sokrates).
2. Sein und Nichtsein (Platon).
3. Das Wesen und ihre Gründe (Aristoteles).
4. Zeit und Unendlichkeit (Augustinus).
5. Der Zweifel und die Rationalität (Descartes).
6. Denkbedingungen und Denksysteme (Kant und Hegel).
7. Existenzerfahrung und Weltschöpfung (Kierkegaard und Nietzsche).
8. Praxisphilosophie und Theoriefeindlichkeit (Marx).
9. Konservativismus und Technikkritik (Heidegger und Jaspers).
10. Wesen und Erscheinung der Wissensgesellschaft (Adorno und Gorz).
Zeigt sich in diesen Fragen ein Fortgang in der Erkenntnis der Freiheit des Denkens?
Vortragskurs Volkshochschule München, Winter 2009 | www.mvhs.de

Philosophische Begriffe und Probleme – Wissensgesellschaft in der Krise?
Unsere Gesellschaft ist in einen verschärften Wandel eingetreten. Im Zentrum der Veränderung steht zunächst die technische Anwendung von Wissen. Auf dieser Grundlage hat die Allgegenwart des Computers zur Beschleunigung aller gesellschaftlichen Prozesse geführt. Geistige Prozesse werden durchsichtig und Finanzoperationen werden in Echtzeit über den gesamten Globus hinweg abgewickelt. Die Zeit bekommt einen anderen Charakter. Noch radikaler hat sich die Arbeit in der Dienstleistungsgesellschaft geändert. Es ist zu fragen, ob und wie durch diese radikalen Transformationen neue Strukturen entstehen, die dem menschlichen Leben dienen oder es schädigen? Nach Hölderlins Wort: „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch.“
Vortrag Volkshochschule München, Februar 2010 | www.mvhs.de

Die Zukunft der Vergangenheit
Kultur hat eine Vergangenheit, die sich nur in der Gegenwart erschließt, deren Wirksamkeit sie aber in die Zukunft trägt. So verwandelt sich z. B. ein fernes Geschehen in unserer Familienhistorie, in ein nahes Ereignis, und wird sind betroffen. Durch Erinnerung und Tradition wirkt Historie und wird in Geschichte transformiert. Bleibt Denken jedoch in unversöhnlichen Schuldzuweisungen gefangen, so zerstört es Leben und jeden Neuanfang. Entwerfen wir unser Leben deshalb als Existenz, in der Rebellion gegen die starken Mächte des Beharrens? Suchen wir deshalb nach Wegen, Misstrauen in Vertrauen zu überwinden? Wirkt hier eine geheime Genesis? Werden wir gelenkt von einer „unsichtbaren Hand“ des Fortschritts, oder sind wir durch die offene Geschichte unseres Lebens gezwungen, uns aus dem Eigen-Sinn heraus selbst zu erfinden?
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2009 | www.mvhs.de

Entwicklungswege der Seele
In uns lebt die Erinnerung an unsere Eltern. Ihre Welt ist unsere Vor-Welt. Sie ist in der Kindheit in uns eingeflossen. Doch wie Oedipus kennen wir unsere Eltern eigentlich nicht. Wir versuchen sie aber zu verstehen, um unsere eigene Welt aufzubauen. So haben wir existentiell gesehen ein Oedipus-Problem und keinen Oedipus-Komplex (Freud). Ohne Kenntnis ihrer Welt sind wir veranlasst, unsere Eigen-Welt zu schaffen. Zwischen beiden Welten besteht eine genetische Differenz. Die Sinnstruktur der Vorwelt ist zunächst die Seinsstruktur der Nachwelt. Veranlasst zur Geburt des eigenen Selbst erzeugen wir beständig Erinnerungen an die alte Welt und erbauen doch andererseits eine neue, eigene. Der Weg der Seele ist damit immer ein doppelter Geburtsweg. Vergangenheit wird wiedergeboren, Zukunft wird geschaffen. Das Paradoxon der Selbstschöpfung (autogenesis) besteht nun darin, frei zu werden und doch gehalten zu sein. Der Entwicklungsweg der Seele ist rätselhaft. Im Selbsterleben der Existenzprobleme jedoch nicht nur verstehbar, sondern auch gestaltbar.
Seminar am Gardasee, Mai 2009

Neue Lebensform – Wissensgesellschaft?
Wenn „Philosophie ihre Zeit in Gedanken erfasst“ ist, so schwingt der Strukturgedanke von Zeit und Wissen mit. Im Informationszeitalter kehrt über die „Netzwerkgesellschaft“ (Castells) die Idee von der Macht des Geistes zurück. Vertrauen und Misstrauen, Gerechtigkeit oder Ungerechtigkeit sind in der „Postdemokratie“ (Crouch) neu zu besetzende Begriffe. Ohne Geist sind sie weder Wirklichkeit noch Wirksamkeit, denn in ihnen spiegelt sich auch die Ohnmacht des Individuums. Führt dies zur Abkehr von der technischen Welt? Welche „Kultur der Vereinigung“ (Kant) von Wissen müssen wir erfinden, um in der Wissensgesellschaft überleben zu können?
Wochenendseminar Haus Buchenried, April 2009 | www.buchenried.de

Wohin entwickelt sich unsere Gesellschaft?
Philosophische Betrachtungen, Gedanken und Einschätzungen zur Entwicklung der Gesellschaftsformen – Wo bleibt dabei die Utopie der Gerechtigkeit?
Ein Abend zum Nachdenken, Mitdenken und Weiterdenken …
Veranstalter: Bildungswerk der ver.di in Bayern e.V., www.verdi-bw-bayern.de
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Gerechtigkeit und Utopie
„Das Gerechte ist nichts anderes als der Vorteil des Stärkeren.“ Mit diesem Satz des Thrasýmachos beginnt die philosophische Suche nach dem Recht, der Gerechtigkeit und dem Guten. Dabei hat der Wille zur Macht (Nietzsche) einen anderen utopischen Horizont, als der Wille zum Guten (Sokrates). Ob Begehren und Gier das gute Leben misslingen lassen, Hoffung und Leidenschaft auf ein besseres Leben, ihm zum Gelingen führen, ist bis heute strittig. Fairness (John Rawls) und Diskursethik (Habermas) sind sicher Beiträge zu einem neuen Gesellschaftsvertrag. Sie stehen jedoch im Horizont der offenen Zeit, die bewältigt und gestaltet werden muss. Gerechtigkeit ist dabei ein wichtiger aber sicher nicht hinreichender Maßstab. Gefragt ist eine Kultur der Freiheit (R. Rorty), die den Entschluss zum Handeln mit der Suche nach dem besseren Leben verbindet.
Vortragskurs Volkshochschule München, Winter 2008 | www.mvhs.de

Optimismus contra Globalisierung oder: Die geistige Globalisierungsfalle
Es grassiert der Pessimismus, Weltuntergangsstimmungen haben Konjunktur. Angesichts ungebremster Finanzmärkte, grenzenloser Gier großer Konzerne und imperialer Staaten nach Macht und Einfluss ist das kein Wunder. Doch erschöpft sich die Kritik an den neoliberalen Verhältnissen nur in der Anklage der Verhältnisse, so ist sie in die geistige Globalisierungsfalle gegangen! In ihrer Perspektivlosigkeit deprimiert die Kritik. Gefragt sind neue geistige Ansätze: Echte Alternativen in Ökologie, Ökonomie und Politik. Utopien, lange verschmäht, müssen neu gedacht werden.
Wochenendseminar Haus Buchenried, November 2008 | www.buchenried.de

Zivilisation und Kultur
Wir leben in einer Welt, dominiert von Technik und Wissenschaft. Sie bestimmt unser Leben als Zivilisation. Sie bildet Strukturen und prägt Lebensformen. Doch welche kulturelle Welt geht aus ihnen hervor? Wie und wodurch entsteht Kultur? In welchem Verhältnis steht sie zur Zivilisation? Was macht die Differenz fruchtbar? Wo aber liegen die Gefahren für unsere Kultur? Warum erzeugen wir entfremdete Strukturen, die uns hindern, an unserer Kultur zu bauen? Offensichtlich hat unsere moderne Industriegesellschaft keinen positiven Entwicklungsmechanismus hervorgebracht. Immer wieder stolpern wir in Krisen und Kriege. Ist mit der Herstellung der Dinge automatisch die Hervorbringung von Werten verbunden? Haben wir mit der Postmoderne die Werte der demokratischen Moderne aufgeben, noch bevor wir sie verwirklichen? Gefragt ist die Belebung unserer Kultur.
Vortragskurs Volkshochschule München, Sommer 2008 | www.mvhs.de

Untergang des Okzident – Aufstieg des Orient?
Erlahmt die schöpferische Kraft des Abendlandes? Hat der technisch-zivilisatorische Erfolg zur Aushöhlung unserer Kultur geführt? Hat die Demokratie noch utopische Momente? Stehen wir am Ende unserer Geschichte? Der „Orient“ war nur zu oft für unsere kulturellen Befürchtungen Spiegel und Zerrspiegel. Bedroht und überflügelt zu werden, war die Motiv. Passt der gegenwärtige Terror und religiöser Fundamentalismus in dieses Muster? Oder stehen wir am Anfang einer fruchtbaren Kulturdebatte über alternative Entwicklungswege? Wir müssen die geistigen Quellen beider Kulturräume befragen. Daraus kann eine Antwort auf den Kultur-Pessimismus entstehen. Wir sollten verstehen, was wir kritisieren um zu begreifen, was wir erhoffen! Literatur: A. Toynbee, O. Spengler, Frankfurter Schule u.a.
Wochenendseminar im Haus Buchenried, Juni 2008 | www.buchenried.de

Die Geburt des Geistes
„ Mit was denkt der Geist?“ Karl Jaspers nennt solche Fragen bedeutsam, weil wir mit ihnen nach unserem Selbstverständnis suchen. Wir fragen ja nicht nur was wir tun, wenn wir denken. Wir wollen wissen, wie wir aus unserem Geist denkend Sinn erzeugen. Damit fragen wir nicht nach dem Instrument unseres Denkens. Wir fragen vielmehr nach Grenzerfahrungen in denen wir uns selbst immer wieder als Geist hervorbringen. Wie kommen wir dabei von unseren Gefühlen zum Denken, ohne mit unserem Denken die eigenen Gefühle zu zerstören? Was geschah im Prozess des geistigen Erwachens am Morgen der Zeit in unserer Kultur?
Initiationsriten, Transzendenz, Grenzüberschreitung. Alles Themen der geistigen Bewegung vom „Ich“ zum „Du“ in uns und dann zum „Wir“ in die Gemeinschaft hinaus. Nicht als historische Fragen in die Zeit zurück (Nietzsche), sondern als existentielle Fragen in das Werden unserer Gegenwart hinein, sind sie bedeutsam. Hier und jetzt geht es für uns um das Rätsel der Geburt des Geistes in einer globalisierten Wissensgesellschaft. Ist unsere Umgangsweise mit diesem Thema nicht selbst schon eine neue geistige Schöpfung? Wir fragen also nach einer Selbstanwendung des Geistes, die uns selbst nützt, besser zu werden.
Seminar am Gardasee, April 2008

Individualität im Zeitalter der Globalisierung
Jedes Zeitalter fasst sich in einem Begriff zusammen. Was verbirgt die Globalisierung, was zeigt sie an? Ist sie die Neuauflage der Renaissance? Endet die Moderne in einem furiosen Untergang des Individuums? Gilt Vernunft noch, oder gehorcht dieses System ausschließlich der  Rationalität technisch-ökonomischer Prozesse? Müssen wir nicht in der Tat für eine neue Individualität streiten, gegen die Gleichgültigkeit und den Fatalismus  im Begriff der Postmoderne?
Wochenendseminar im Haus Buchenried, Januar 2008 | www.buchenried.de

Zur geistigen Situation unserer Zeit
Wir wissen nicht, wohin der Fluss der Zeit uns trägt. Doch wir wissen, dass wir die Gegenwart gestalten müssen, damit unsere Zukunft kein gefährdetes Nirgendwo wird. Also müssen wir uns Gedanken um uns und unsere Welt machen. Die Welt gibt es aber heute nur noch im Plural. Sie ist zuerst unsere innere Welt in ihrer Vielfalt. Dann die Um-welt mit den Anderen. Eine Vielzahl von Kultur-Welten zwischen denen wir pendeln. So hat das Gefühl der Verlorenheit in vielen Nachdenklichen Platz gegriffen. Wo leben wir geistig? Wie gewinnen wir den existentiellen Gehalt unseres Selbst gegen die modernen Fundamentalismen? Was macht aus uns moderne Nomaden in einer globalen Welt? Zu welcher Fremdbestimmung ist unsere Zeit unterwegs? Weil die Geschwindigkeit unserer Welt nicht Zeit, nicht Lebenszeit ist, werden wir ständig mitgenommen. Wozu nimmt uns die Welt mit und weshalb müssen wir den unbewussten, aber mächtigen Zeitströmungen widerstehen? Wie kann heute ein bewusstes Selbst entstehen?
Vortragskurs im Rahmen der Volkshochschule München, Winter 2007 | www.mvhs.de

Der kulturelle Bruch in der Moderne
Mit Beginn der Neuzeit lässt sich ein innerer Widerspruch zwischen den Bildern der Naturwissenschaften und der Theologie einerseits und dem Erwachen einer kritischen Sprachkultur der Aufklärung andererseits feststellen. Die Beschleunigung der Zivilisation steht gegen die Kultur der Zeit. Zeit als Geist wird zum neuen Handlungsbegriff des selbstbewussten Individuums. Neue Entfremdungsformen stehen gegen Entwicklungswünsche und Möglichkeiten. Die Moderne erfindet den maschinellen Fortschritt und misstraut ihm gleichzeitig zutiefst.
Was bedeutet dieser kulturelle Bruch für die praktische Philosophie (z.B. bei Kierkegaard oder Marx)? Diagnostizieren etwa Nietzsche oder Adorno diese Dialektik der Aufklärung in überzeugender Weise? Für unsere Gegenwart bleiben wichtige Fragen: Wie kann man den Mechanismus des Herstellens von Dingen und den Gedanken der Hervorbringung von regulierenden Werten denken? Gibt es für die Zukunft Formen demokratischen Zusammenlebens, die den Gedanken der griechischen Öffentlichkeit aufnehmen können, wie ihn etwa Hannah Arendt entwickelt hat?
Vortragskurs im Rahmen der Volkshochschule München, Sommer 2007 | www.mvhs.de

Macht der Bilder – Ohnmacht des Individuums?
Was ist unser Bewusstsein? Arbeitet es rational? Fragen wir, wenn wir denken? Hören wir in uns, was wir empfinden, oder sind wir außengesteuert? Sind wir der Flut der Bilder in Werbung, Kultur und Politik ausgesetzt? Schleichen sich Archetypen der Macht über die Bilder des Krieges in unser Bewusstsein?
Tatsächlich gehen uns die Bilder vom 11. September 2001 nicht aus dem Kopf. Der Krieg der Bilder scheint das aufgeklärte Individuum zu überrollen. Der Karikaturenstreit hat offenbart, dass unsere Kultur den Ansatz der Vernunft durchhalten und erneuern muss! Dabei bleibt die Frage: Haben wir uns selbst bereits in die narzisstische Bilderwelt medialer Mythologien verabschiedet? Wie und wodurch kann Vernunft widerstehen?
– Bilderstreit und Fundamentalismus.
– Propaganda und Krieg, Tagträume und Machtträume.
– Bild und Sprache – was Fühlen und Denken bewegt?
– Wirklichkeit und Möglichkeit – die zweite hinter der ersten Welt.
– Flucht in Computerwelten – „Second Life“.
Wochenendseminar im Haus Buchenried, Juli 2007 | www.buchenried.de

Das Selbst und seine kulturelle Prägung
Kultur trägt wie ein großer Strom die Masse geschichtlicher Erfahrung. Wie jede Generation leben auch wir am Ende der geschichtlichen Zeit. Wie in einem großen Flussdelta landet die ganze Masse der Kulturgüter in unserer Gegenwart an. Dort werden wir gleichsam überschwemmt von der Geschichte. Vielfach wissen wir nicht, dass es sich dabei um alte kulturelle Erfahrungen handelt. Wie wir sie bewältigen, liegt nicht an der Geschichte, denn sie ist nicht lebendige Zeiterfahrung. Die Zeit erfüllt sich erst in unseren Handlungen. Doch ob wir diese Handlungen als eigene Erfahrungen erschließen, liegt immer am Grad unserer Bewusstheit. Der Prozess der Kultur umfasst damit den gesamten Inhalt des Sozialen.
Und ob wir unsere Kultur bewältigen, liegt wiederum an der Form der Be-achtung, die wir uns geben. Sie steht dem großen System der Be-achtung gegenüber. Kultur will ihre Kinder zur Person prägen. Systeme wollen leben, weil und insofern sie ihre Individuen instrumentalisieren. Die Unterdrückung der Ethik und ihre Transformation in ein System von Gut und Böse ist dabei das wirksamste Anpassungsmittel. Seit Paulus leben wir kulturell in dieser Bewusstseins-Spaltung. Daraus ist ein statisches System von Beurteilung und Selbstverurteilung geworden.
Dem steht der lebensphilosophische Ansatz der Selbstintegration unserer positiven und negativen Freiheitsbestrebungen gegenüber. Selbstpraxis und Selbstschöpfung sind fühlbar und denkbar. Ausgehend von der inneren Stimme Sokrates’ lässt sich eine Methode der inneren Besprechung entwickeln. Selbstvertrauen wird dabei nicht aus den narzisstischen Bildern (Ideen) einer Wohlstandswelt geboren. Wirkliches Vertrauen ins eigene Selbst geht aus einem offenen inneren Besprechen hervor. Darin entsteht der innere Ort, an dem unsere Kultur in einem zweiten Geburtsprozess für uns persönlich wird.
Zugrunde gelegt: Textauszüge zu Sokrates (Apologie). Der Brief der Römer von Paulus (Neues Testament). Texte zum Thema Freiheit bei Hegel. Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse. Foucault: Der Wille zum Wissen.
Seminar am Gardasee, Mai 2007

Die Idee des Anderen in der Philosophie Hegels
Die Anerkennung durch einen Anderen ist zur Bildung des Selbstbewusstseins notwendig. Niemand kann für sich selbst diese Entwicklungsstufe vernünftiger Reflektiertheit erreichen. Gleichwohl bedarf es – nach Hegel – des Kampfes um Anerkennung. Leben bedeutet Auseinandersetzung mit der Welt, die der Andere für mich bereithält. Es ist zu fragen, in welcher Weise wir diesen komplexen Gedanken für uns wirklich werden lassen können.
Vortrag im Rahmen der Volkshochschule München, Mai 2007 | www.mvhs.de

Was ist der Mensch? – Die Antworten der philosophischen Anthropologie
Spätestens seit Immanuel Kant sprechen wir von einer philosophischen Anthropologie, wenn das Nachdenken über den Menschen nicht nur seine Vernünftigkeit, sondern auch seine leiblich-biologische und seine kulturell-geformte Seite als Bedingung dieser Vernünftigkeit einbezieht. Die Vortragsreihe wird ergänzt durch das Programmangebot im Fachgebiet Naturwissenschaften: „Was ist der Mensch? – Antworten aus der Perspektive der Naturwissenschaften“
Helmut Plessner: Die Stufen des Organischen und der Mensch
Vortrag im Rahmen der Volkshochschule München, Februar 2007 | www.mvhs.de

Aufstieg und Niedergang des Zeitbewusstseins
„Philosophie ist ihre Zeit in Gedanken erfasst.“ Hegel eröffnet mit diesem Satz eine Diskussion um Bewusstsein und Zeit. Er versteht Zeit als Geist, als Erbschaft unserer Kultur. Heute sehen wir die Moderne um ihr Zeitbewusstsein ringen. Die Linearität des Fortschritts (Positivismus) wird gegen die dunklen Schatten der Vergangenheit gesetzt (Nietzsche). Furcht und Sorge um das Wesen der Zeit (Heidegger) gehen einher mit einem weit verbreiteten Niedergangsdenken (Oswald Spengler). Die geistige Situation der Zeit (Jaspers) erscheint dabei vielfach als Gefängnis eines mechanisierten Schicksals. Dann wieder wird das Zeitbewusstsein als Ort der Freiheit (Sartre) verstanden. Tatsächlich aber erleben wir, dass die Ordnung der Dinge (Foucault) in der Globalisierung und ihrer Zeitbeschleunigung durcheinander geraten sind. Weil die Geschichte nie zu Ende (Fukuyama) ist, muss sich die Philosophie um den inneren Fortgang der Zeit bemühen. Damit kann sie dem Einzelnen helfen, sich bewusst für einen selbstbewussten Umgang mit seiner Zeit zu entscheiden.
Vortragskurs im Rahmen der Volkshochschule München, Winter 2006 | www.mvhs.de

Optimismus und Pessimismus in der Moderne
Der Einzelne pendelt in der Moderne zwischen der Hoffnung auf den Fortschritt und den Zwängen des Alltags. Es sind die mythologischen Bilder von Eros und Thanatos (Freud), die Archetypen (Jung), die Dialektik der Aufklärung (Adorno/Horkheimer), in denen wir unseren Optimismus denken. Doch sie tragen alle auch eine Schattenseite. Lebt die weit verbreitete Fortschrittskritik von einem faszinierenden, aber verdeckten Titanic-Kurs? Wir sollten lernen, unsere Welt zu verstehen. Dazu ist es notwendig, nach unserer Befähigung zu fragen, durch die wir mit einer Welt umgehen, die wir herstellen, deren Opfer wir aber nicht werden wollen.
Wochenendseminar im Haus Buchenried, November 2006 | www.buchenried.de

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