Brucker Zeitgespräche

Heilsversprechen und Revolution  –

Zum 200-jährigen Geburtstag von Karl Marx

Karl Marx gehört ohne Zweifel zu den wirkungsmächtigsten Theoretikern der Weltgeschichte. Noch heute berufen sich China und Nord-Korea auf ihn, genauso wie Theoretiker der Sozialdemokratie. Das schon zeigt die Spannweite seines Einflusses. Er war und ist von Verständnis für sein Werk genauso geprägt wie von Missverständnissen und ideologischem Missbrauch. Marx, einer der größten Theoretiker und Kritiker der Arbeitswelt des Kapitalismus, wurde zum Säulenheiligen von Diktaturen, in denen gerade die Arbeiter nichts mehr zu sagen haben. Marx ist an diesen Fehlinterpretationen nicht ganz unschuldig. Sein Werk ist vielschichtig. Es lädt zum Missverstehen ein, weil es zwei Grundanliegen mit einem (eschatologischen) Heilsversprechen  verbindet. Das erste betrifft seinen Naturalismus, seine Beziehung zu Epikur und dem Materialismus.

Das zweite geht auf Hegels Geschichtsphilosophie zurück und sucht die Dialektik gesellschaftlicher Prozesse zu verstehen. Beides wird überwölbt durch das Heilsversprechen der kommunistischen Gesellschaft. Sie ist und war der Quellcode des Marxismus.

In meinem Vortrag möchte ich versuchen Ihnen die Faszination dieses Denkers zu erklären. Sie speist sich bis heute aus diesen Widersprüchen. In ihnen wirkt ein Freiheits- wie ein Unterwerfungsversprechen. Sie wirken als Erlösungswunsch, der auch zur Selbstaufgabe an Verantwortung und zum größten Dogmatismus geführt hat und noch immer führen kann.

Vortrag mit Diskussion Dr. Xaver Brenner – Philosoph |  28.2.2018 | Mittwoch 20 Uhr – freier Eintritt

Gemeindehaus der Erlöserkirche, Stockmeierweg 7, Fürstenfeldbruck

 

Information und Diskussion über mein Buch

Mein neues Buch wurde am 21. Oktober 2016 im Rahmen der Frankfurter Buchmesse im Ökohaus in Frankfurt vorgestellt. Falls auch Sie an einer Buchpräsentation in Ihrem Ort, Ihrem Buchladen oder im Freundeskreis interessiert sind, so lassen Sie mich das bitte wissen.

 

Zur Geburt von Kultur

Mit Sokrates gegen das platonische Paradigma

Flyer Brenner

 

 

Mein Werk rekonstruiert das Verhältnis von Sokrates und Platon als die Geschichte einer verhängnisvollen Überformung der demokratischen Philosophie durch den autoritären Staatsgedanken. Verdrängt wurde die sokratische Demokratie der ‚helfenden Sorge‘ durch Platons ägyptisch inspirierte ‚Kosmologie‘ der immer-gleichen Ideen. Sie ist der Grund für das statische Denken in unserer Kultur und die Quelle des abendländischen Dogmatismus. Aus ihr speist sich unser Unvollkommenheits- und Vollkommenheitsdenken und der Genialitätswahn. Mit Hilfe der sokratischen Methode des inneren Gesprächs ist aus diesem Verhängnis ein Weg möglich.

Das Buch ist erschienen im Verlag Königshausen & Neumann in Würzburg 2016.

 
siehe auch …
 

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