Seminar am Gardasee – Sommer 2019gardasee

Falsche abendländische Mythen und wahre demokratische Existenz

Der Mythos von der „guten alten Zeit“ baut auf eine Art zu denken und zu hoffen, die das Vergangene glorifiziert, das Gegenwärtige zerstört und das Zukünftige fürchtet. Wer glaubt, die Vergangenheit zu wissen, erliegt dem Mythos der Wiederholung. Mit ihm sitzen wir in der Falle des Wunschdenkens (Watzlawick). Die Menschen konstruieren dann ein Leben der sich selbst erfüllenden Prophezeiung (self-fulfilling prophecy). Derartiges Denken ist grundfalsch. Es konstruiert die Zukunft nach dem Muster der mythologischen Vergangenheit. Dieses Denken ist nihilistisch, weil es seinen Anhängern die Möglichkeit einer erfolgreichen demokratischen Praxis verbaut. Denn nach ihm liegt das Paradies am Anfang und wir sind auf dem Weg in die Wüste der Welt. Schon der Paradiesmythos wird nach dem Bild des Endes konstruiert. So kann der Mensch – Adam und Eva – keine selbstbestimmte Geschichte machen. Der geschlossene Horizont dieser Mythen ist eine der Fallen unseres Denkens. Denken als transzendentes, vorausdenkendes und vorsorgendes Handeln ist nach diesem Vergangenheitsmythos unmöglich. Vom „Untergang des Abendlandes“ (O. Spengler) bis zu Nietzsches „dionysischem Triebmenschen“ verderben uns falsche Mythen die Zukunft. Denn wenn wir an diesen Mythos glauben, sehen wir unser Ziel in der Vergangenheit. Er zerstört schon im Ansatz ein optimistisches Denken der Sorge als Vorsorge. Tatsächlich denken wir täglich über die Gegenwart hinaus und sind existenziell gezwungen, in der Mit-Welt unsere Zukunft mit anderen zu erfinden. Diese Praxis entsteht aber nur in bewusster Transzendenz (Jaspers). Nur dann, wenn wir sie als Veranlassung zur täglichen Schöpfung neu denken. Erst diese neue Form der Bewusstmachung befreit uns aus der mythologischen Vergangenheit. Durch sie können wir verstehen, was wir tun, und tun, was wir neu verstehen. Wir können einen optimistischen Zeitentwurf entwickeln. Die eigene Praxis wird dann zu einem existenziellen Handeln. Sie begreift in der Sorge um das Gute die tägliche Vorsorge als keine vergebliche „Liebesmühe“. Sie bringt als ein Gut-werden-wollen eine positive Lebensform und Lebensweise aus sich hervor.

Termin: 26. – 30. Mai 2019. Beginn: Sonntag, 18.00 Uhr – Ende: Donnerstag, 12.00 Uhr.
Ort: Park Hotel Zanzanù, Tignale, bei Limone am Gardasee, Italien – www.zanzanu.it
Seminargebühr: 300,00 EUR
Hotelkosten/Halbpension: Einzelzimmer: 72 EUR/ Tag oder Doppelzimmer pro Person: 62 EUR/ Tag (10% Rabatt für Frühbucher).
Kurtaxe pro Person: 1.– € pro Tag

Für die Planung und Hotelbuchung bitte ich Sie um frühzeitige Anmeldung über:

Gabi Wetzig | Telefon 089-96201406 | gpollner[at]freenet.de

bei Fragen: Dr. Xaver Brenner | Telefon 08141-2285397 | xb[at]xaverbrenner.de

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